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Projekt «Med500+»: eine Extradosis an Studienplätzen als Therapie gegen Ärztemangel

Bis 2040 werden in der Schweiz rund 5'500 bis 8'700 Medizinerinnen und Mediziner fehlen.

In der Schweiz herrscht ein akuter Mangel an humanmedizinischen Fachkräften. Da es an ausreichenden Ausbildungskapazitäten fehlt, ist das schweizerische Gesundheitssystem auf eine grosse Zahl von Ärztinnen und Ärzten angewiesen, die ihr Studium im Ausland absolviert haben. 

Die Dramatik der Situation zeigt sich darin, dass in der Schweiz bis 2040 rund 5’500 bis 8’700 Medizinerinnen und Mediziner fehlen werden. Nun hat der Kanton Zürich beschlossen, mit der Lancierung des Projekts «Med500+» Gegensteuer zu geben. Ziel ist es, die Zahl der Studienplätze der Humanmedizin an der Universität Zürich (UZH) um 60 Prozent von aktuell 432 auf 700 pro Studienjahr zu erhöhen. Damit würde die UZH zum wichtigsten Ausbildungsstandort für Humanmedizin in der Schweiz und einen substantiellen Beitrag zur Deckung ihres Nachwuchsbedarfs leisten. Alle sechs Studienjahre zusammengerechnet würde die Zahl der Studierenden an der Fakultät für Humanmedizin von rund 2’600 auf rund 4’200 steigen.

Ambitioniertes Timing für die Umsetzung anspruchsvoller Vorgaben

Der Universitätsrat erteilte der Universitätsleitung den Auftrag, die erste Phase des Projekts «Med500+» anzustossen. Bereits im Herbstsemester 2030/2031 soll die erste auf 700 Studienplätze erhöhte Kohorte ihr Medizinstudium beginnen. An der Direktion Immobilien und Betrieb liegt es nun, bis zu diesem Zeitpunkt die räumliche und betriebliche Infrastruktur bereitzustellen. Zu dieser gehört im Wesentlichen ein Flächenbedarf in der Grössenordnung von insgesamt 28’000 Quadratmetern für die Umsetzung des Projekts mit Lehrflächen, Veran-staltungs-, Seminar- und Praktikumsräumen sowie einer Simulationsklinik.

Mietlösung auf Zeit als vernünftiges Szenario

Die Projektplanenden der Direktion Immobilien und Betrieb prüften verschiedene Optionen, um die sowohl zeitlich als auch organisatorisch und strukturell ambitionierten Vorgaben mit einem überzeugenden Konzept zu beantworten. Sie gelangten zum Schluss, dass dies im Rahmen des bestehenden Immobilienportfolios nicht möglich sein würde. Als zielführende Lösung boten sich die Miete im Vollausbau von zwei Liegenschaften in Oerlikon an. Die beiden Gebäude direkt neben dem Bahnhof Oerlikon werden gemäss den Erfordernissen der humanmedizinischen Ausbildung ausgebaut und ausgerüstet. Nach dem positiven Kantonsratsbeschluss (erwartet im Jahr 2026) wird eine Mietdauer der beiden Gebäude von jeweils 20 Jahren vereinbart. In einem langfristigen Zeithorizont soll die humanmedizinische Fakultät auf den Campus Irchel umziehen.