«EduSpaces»: die Infrastruktur des Bildungsuniversums neu gedacht
Lehre und Lernen verändern sich – sie werden digitaler, vernetzter und flexibler. Innovative Formate, neue Technologien und veränderte Erwartungen prägen, wie Wissen vermittelt und erworben wird.
Wie wirkt sich dieser Trend auf die Konzeption und Gestaltung der Räume aus, in denen Bildung stattfinden soll? Wie plant man das Nicht-Voraussehbare? Wie müssen universitäre Infrastrukturen beschaffen sein, um die Bewegung im Bildungsuniversum aufzufangen und für Forschende, Lehrende und Lernende zukunftsfähige räumliche Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen? Auf diese Schlüsselfragen gute Antworten zu finden, hat für die Direktion Immobilien und Betrieb im Hinblick auf die laufenden grossen Bauvorhaben wie das FORUM UZH oder dem Rochadebau PORTAL UZH wie auch für weitere Vorhaben hohe Priorität.
Auftakt für eine neue Methodik der Raumplanung
Gemeinsam mit dem Prorektorat Lehre und Studium hat die Direktion Immobilien und Betrieb eine intensive Auseinandersetzung mit diesen Themen in Gang gesetzt. In einem partizipativen Gestaltungsprozess unter Mitwirkung von Impulsgebenden aus den Bereichen Lehre, Forschung, Verwaltung und Planung ist ein umfassendes Arbeitsinstrument entstanden, das die Planung von universitären Infrastrukturen unterstützen wird: «EduSpaces» ist ein räumliches Rahmenkonzept für Lehre und Lernen und zugleich eine praxisbezogene Toolbox für die Planung von zukunftsorientierten Lehr- und Lernumgebungen.
Planung aus der Perspektive der Nutzenden
Das Konzept von «EduSpaces» orientiert sich konsequent an den Anforderungen eines zeitgemässen Bildungsbetriebs und den Bedürfnissen der Nutzenden der universitären Infrastruktur. Als Planungs- und Orientierungshilfe weist «EduSpaces» den Weg zur Entwicklung von räumlichen Gegebenheiten, in denen vielfältige, motivierende und inspirierende Lehr- und Lernformen gedeihen können. Diese zeichnen sich im Wesentlichen aus durch Kollaboration und projektorientiertes Arbeiten, durch Verbindung von analogen und digitalen Formaten, durch den situativen Wechsel zwischen individuellen Lernprozessen und Teamarbeit sowie durch interdisziplinäre Vernetzung. Diesen Voraussetzungen trägt «EduSpaces» Rechnung.
Multifunktionale Flächen und nutzungsfokussierte Spaces
Die «EduSpaces-Toolbox» ermöglicht es, auf der Basis der Tätigkeiten der Nutzenden entsprechende Raumfunktionen zu definieren und mit diesen Elementen multifunktionale Flächen zu kreieren. Bausteine bilden sechs als «Spaces» bezeichnete Nutzungsbereiche. Diese lassen sich entsprechend dem aus den verschiedenen Nutzungsformen hergeleiteten Bedarf zusammenführen. Ergänzt wird die Toolbox von Rechenmodellen, Planbeispielen, Modulen und weiteren praktischen Hilfsmitteln.
Mit «EduSpaces» rückt die bisherige Planungspraxis der Beschreibung von klassischen Raumtypen in den Hintergrund. Im Zentrum steht das Ziel, für die Nutzenden Infrastrukturen bereitzustellen, die ihre Bedürfnisse abdecken und verschiedene Tätigkeiten im Bereich Lehre und Lernen ermöglichen.
Bahn frei für eine neue Planungspraxis
In ihrer Sitzung vom 9. Dezember 2025 stimmte die Universitätsleitung dem Antrag zur Freigabe des räumlichen Rahmenkonzepts «EduSpaces» für Lehre und Lernen zu. Sie erteilte den Auftrag für die Umsetzung in universitären Projekten, Initiativen, Neu- und Umbauvorhaben und Pilotphasen. Gleichzeitig beauftragte sie die Direktion Immobilien und Betrieb und das Prorektorat Lehre und Studium mit der Bildung einer interdisziplinären Fachgruppe «EduSpaces» und deren Koordination.