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Anergienetz Campus Irchel: Projektierung für das Bauvorhaben Energiezentrale Cluster 4 abgeschlossen

Das Anergienetz umfasst in seinem Endausbau sechs unterirdisch angeordnete, mit Wärmepumpen und Kältemaschinen ausgestattete Energiezentralen.

Mit der Errichtung eines Anergienetzes setzt die Universität Zürich (UZH) das 2019 bis 2022 entwickelte Energie- und Medienversorgungskonzept (EMVK) um. Dieses sieht vor, die Wärme- und Kälteversorgung auf dem Campus weitgehend durch die Nutzung von Abwärme zu decken. 

Das Anergienetz umfasst in seinem Endausbau sechs unterirdisch angeordnete, mit Wärmepumpen und Kältemaschinen ausgestattete Energiezentralen. An diese angeschlossen sind jeweils mehrere Energiespeicher in Form von Erdsondenfelder. Diese speichern im Sommer überschüssige Abwärme und stellen diese im Winter für Heizzwecke bereit. Die Energiezentralen versorgen jeweils eine Gruppe von Gebäuden – sogenannte Cluster – mit nachhaltig erzeugter Wärme und Kälte. Über Anergieleitungen werden die Cluster zu einem vernetzten Gesamtsystem verbunden. 

Ein erster Meilenstein auf dem Weg in eine nachhaltige Energiezukunft

Als ersten Schritt dieses komplexen Vorhabens nahm die Direktion Immobilien und Betrieb gemeinsam mit dem Generalplanerteam von Jobst Willers Engineering AG im Jahr 2024 die Planung der Zentrale für das Cluster 4 in Angriff. Die Energiezentrale wird im Innenhof des Gebäudes Y37 realisiert und als eingeschossige unterirdische Zentrale ausgeführt. Drei reversible Wärme-/Kältemaschinen speisen ihre Energie in die bestehenden Nieder- und Hochtemperaturnetze sowie in das Kältenetz der angeschlossenen Bauten ein. Sichtbare Elemente wie Abluftauslässe und Frischluftfassungen werden sorgfältig in die neugestaltete Umgebung integriert, um auch in Zukunft die hohe Aufenthaltsqualität für Angehörige der UZH sowie Anwohnende zu gewährleisten.

Gemeinsam mit dem Hochbauamt des Kantons Zürich entwickelte die Direktion Immobilien und Betrieb das Bauvorhaben zur Baureife weiter. Im November 2025 genehmigte der Projektausschuss das ausgearbeitete Bauprojekt samt Kostenvoranschlag und erteilte die Freigabe für die Einreichung des Baugesuchs und den Beginn der Ausschreibungen. Parallel wurde beim Universitätsrat die Genehmigung des Objektkredits beantragt. Vorbehältlich der erforderlichen Bewilligungen wird die Inbetriebnahme der Zentrale ab 2029 erfolgen.

Der Aufbau des Anergienetzes auf dem Campus Irchel ist ein wegweisendes Beispiel für den verantwortungsvollen Umgang mit Energie. Das Vorhaben erfüllt die kantonalen Nachhaltigkeitsstandards, reduziert den CO2-Ausstoss deutlich und erhöht den Anteil der Abwärmenutzung von heute rund 50 Prozent auf über 90 Prozent im Jahr 2050.